WordPress-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Checkliste in 7 Schritten

Relaunch ohne Ranking-Verlust – Checkliste in 7 Schritten

Ein neues Design, ein schnelleres Theme, eine klarere Struktur – ein Relaunch soll die Website besser machen. In der Praxis sorgt er oft für das Gegenteil: Wochen nach dem Go-live brechen Rankings und Anfragen ein, weil Google die gewohnten Seiten nicht mehr findet. Fast immer liegt das nicht am Design, sondern an fehlenden Weiterleitungen und verlorenen Inhalten.

Kurz gesagt: Ein Relaunch ohne Ranking-Verlust gelingt mit einer vollständigen Bestandsaufnahme, einer 1:1-Zuordnung aller alten zu neuen URLs, 301-Weiterleitungen am Tag des Go-live und einem engen Monitoring in den Wochen danach.

Schritt 1: Bestandsaufnahme vor dem Relaunch

Bevor Sie irgendetwas ändern, halten Sie fest, was die alte Website heute leistet:

  • alle URLs per Crawler erfassen (z. B. Screaming Frog), inklusive Bilder und PDFs
  • die Seiten mit Klicks und Impressionen aus der Google Search Console exportieren (mindestens 12 Monate)
  • Seiten mit externen Backlinks identifizieren
  • Title, Meta-Description und H1 der wichtigsten Seiten sichern

Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere. Was hier fehlt, geht beim Relaunch verloren.

Schritt 2: URL-Mapping – jede alte Adresse bekommt ein Ziel

Ordnen Sie jeder alten URL die inhaltlich passende neue URL zu. Nicht die Startseite, sondern die Seite, die dasselbe Thema behandelt.

Alte URLNeue URLHinweis
/leistungen/webdesign.html/leistungen/#wordpressgleiches Thema, neue Struktur
/blog/2019/seo-tipps//seo-tipps/Artikel bleibt, Pfad wird kürzer
/angebot-2018/–veraltet: 410 oder thematisch passende Seite

Seiten ohne Traffic und ohne Links dürfen wegfallen. Alles, was Besucher oder Links bringt, braucht ein sinnvolles Ziel.

Schritt 3: Inhalte erhalten, nicht nur das Layout

Ein häufiger Fehler: Gut rankende Texte werden beim Relaunch gekürzt oder durch Marketingfloskeln ersetzt. Behalten Sie die Kernaussagen, Überschriften und Suchbegriffe erfolgreicher Seiten bei und verbessern Sie sie gezielt, statt sie neu zu erfinden. Prüfen Sie auch Title und Meta-Description – im neuen Theme werden sie gern auf Standardwerte zurückgesetzt.

Schritt 4: Staging-Umgebung richtig absichern

Entwickeln Sie die neue Website auf einer Staging-Umgebung, die für Suchmaschinen gesperrt ist – am besten per Passwortschutz und zusätzlich mit noindex. Sonst indexiert Google womöglich die Testversion und es entsteht doppelter Inhalt.

Schritt 5: 301-Weiterleitungen einrichten

Setzen Sie für jede Zeile Ihres URL-Mappings eine dauerhafte 301-Weiterleitung. In WordPress geht das komfortabel mit dem Plugin Redirection oder direkt auf Serverebene in der .htaccess. Achten Sie dabei auf:

  • keine Weiterleitungsketten (A → B → C) – immer direkt auf das Endziel
  • alle Varianten abdecken: http/https, mit und ohne www, mit und ohne abschließenden Schrägstrich
  • Bilder und PDFs mit Backlinks ebenfalls weiterleiten
  • nicht alles pauschal auf die Startseite umleiten – Google wertet das wie eine fehlende Seite

Schritt 6: Der Go-live-Tag

  1. noindex entfernen und die robots.txt prüfen – der Klassiker unter den Relaunch-Fehlern
  2. Weiterleitungen mit einer Stichprobe der wichtigsten alten URLs testen
  3. interne Links auf die neuen Adressen aktualisieren, statt sich auf Weiterleitungen zu verlassen
  4. Canonical-Tags und bei mehrsprachigen Websites hreflang-Angaben kontrollieren
  5. neue XML-Sitemap in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools einreichen
  6. Kontaktformulare, Tracking und Cookie-Banner auf der Live-Version testen

Schritt 7: Monitoring in den ersten 4 bis 8 Wochen

Leichte Schwankungen nach einem Relaunch sind normal. Entscheidend ist, Fehler früh zu erkennen:

  • Search Console: Seitenindexierung, gefundene 404-Fehler und die Entwicklung von Klicks und Impressionen
  • 404-Log (z. B. in Redirection) täglich prüfen und fehlende Weiterleitungen ergänzen
  • Rankings der wichtigsten Suchbegriffe beobachten
  • Anfragen und Conversions mit dem Zeitraum vor dem Relaunch vergleichen

Aus der Praxis: Tourismusportal mit 300+ Unterkünften

Beim Relaunch von Murter-online.com wurden vor dem Redesign alle Seiten des alten Portals erfasst und jeweils einer neuen Kategorie-, Unterkunfts- oder Artikelseite zugeordnet. Über 300 alte URLs leiten seitdem per 301 auf ihr neues Ziel – Gäste mit alten Links landen nicht auf einer Fehlerseite, und der bestehende Google-Traffic blieb erhalten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?

Bei sauber gesetzten Weiterleitungen sind die Schwankungen meist nach zwei bis acht Wochen ausgeglichen. Dauert ein Einbruch länger, fehlen in der Regel Weiterleitungen oder Inhalte.

Wie lange müssen 301-Weiterleitungen bestehen bleiben?

Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Externe Links und Lesezeichen verweisen oft noch Jahre später auf die alten Adressen.

Reicht es, alle alten URLs auf die Startseite weiterzuleiten?

Nein. Google behandelt solche Weiterleitungen häufig wie nicht mehr vorhandene Seiten. Jede alte URL sollte auf die inhaltlich passende neue Seite zeigen.

Kann ich beim Relaunch auch die Domain wechseln?

Ja, dann kommen eine Adressänderung in der Search Console und Weiterleitungen auf Domain-Ebene hinzu. Domainwechsel und Relaunch gleichzeitig erhöhen das Risiko – wenn möglich, trennen Sie beides zeitlich.

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Relaunch geplant? Ich sichere Ihre Rankings ab.

Ich erstelle das URL-Mapping, richte die Weiterleitungen ein und begleite den Go-live mit Monitoring – auch wenn eine andere Agentur das Design umsetzt.

Über den Autor

Branko Šerić

Freelance-Webentwickler und SEO-Berater mit über 15 Jahren Erfahrung. Entwickelt Websites, Webshops und individuelle Software für Unternehmen und als externer Entwickler für Agenturen im DACH-Raum – remote aus Zagreb, gleiche Zeitzone (MEZ).

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